Versicherung
gegen den Klimawandel

Bernhard Riml, Obmann von Ötztal Tourismus, betont den strategischen Aspekt der Höhenlage eines gemeinsamen Gletscherskigebietes.

Herr Riml, das Ötztal ist touristisch höchst erfolgreich. Warum streben Sie diese Skischaukel an?

BR: „Das Ötztal lebt ausschließlich vom Tourismus, bei uns gibt es keine Industrie. Alle hängen davon ab, auch das Gewerbe und das Handwerk. Durch den Zusammenschluss könnten wir uns noch stärker in Richtung Ganzjahrestourismus entwickeln. Schließlich hätten wir durch die Verbindung ein attraktives Angebot von Oktober bis April. Das Ötztal steht hinter diesem Projekt.“

Was sagen Sie Kritikern, die Ihnen unnötig hohen Verbrauch natürlicher Ressourcen vorhalten?

BR: Als Tourismusunternehmer müssen wir in unseren Tälern bleiben und hier unser Einkommen sichern. Deshalb wird es nötig sein, in einigen Zentren intensiveren Tourismus zu betreiben und dafür den großen anderen Teil unberührt zu lassen. 153 ha Gletscher liegen innerhalb der Skigebietsgrenzen. Das entspricht nur 0,2 % der gemeinsamen Gemeindeflächen von Sölden und St. Leonhard. Wir leben mit und von der Natur, das ist uns absolut bewusst. Deshalb gehen wir auch sorgsam mit ihr um.

Es gibt Stimmen, wonach die Zukunftsaussichten des Skilaufs angesichts des Klimawandels ungewiss seien. Was halten Sie dem entgegen?

BR: „Wenn die Winter wärmer werden, ermöglicht die Höhenlage des Gletschers einen Skibetrieb über viele Jahre. Denn das gesamte Projektgebiet liegt auf über 2.500 Metern. Damit könnten gleich zwei Täler ein attraktives, schneesicheres Angebot sicherstellen – auch für die umliegenden Regionen. Das Projekt ist eigentlich eine Versicherung gegen den Klimawandel.“

Bernhard Riml
Obmann von Ötztal Tourismus

Akzeptieren
Mehr Infos
Diese Seite verwendet Cookies.